Warum sind Katzen wählerischer als Hunde?
Katzen sind obligate Karnivoren. Das bedeutet, dass sie sich darauf spezialisiert haben, überwiegend Fleisch zu fressen. Hunde hingegen sind anpassungsfähigere Allesfresser und können mit einer deutlich größeren Vielfalt an Nahrung gut leben. Deshalb sind Hunde meist weniger wählerisch, während Katzen bei der Wahl ihres Futters deutlich selektiver sind. Ob sie ein Futter akzeptieren, hängt für sie vor allem von Geruch, Textur und Temperatur ab.
Katzen haben einen anderen Geschmackssinn
Ein Grund dafür, dass Katzen wählerisch wirken, ist, dass sie Futter anders wahrnehmen als Hunde. Katzen besitzen weniger Geschmacksknospen als Hunde – und deutlich weniger als Menschen. Außerdem fehlt ihnen der Rezeptor zur Wahrnehmung von Süße (Tas1r2), weshalb süße Nahrung für sie kaum attraktiv ist. Stattdessen reagieren Katzen besonders sensibel auf Aromen, die mit Fleisch, Fetten und Aminosäuren verbunden sind. Das überrascht kaum, denn als obligate Karnivoren sind Katzen auf Fleisch angewiesen.
Für Katzen ist der Geruch wichtiger als der Geschmack
Während Menschen häufig zuerst auf den Geschmack achten, verlassen sich Katzen bei der Beurteilung von Futter vor allem auf ihren Geruchssinn. Riecht ein Futter ungewohnt, abgestanden oder einfach anders als gewohnt, kann eine Katze es ablehnen. Tatsächlich entscheiden viele Katzen schon vor dem ersten Bissen, ob sie etwas fressen möchten. Deshalb kann es helfen, Nassfutter leicht zu erwärmen. Der Geruch wird dadurch intensiver und erinnert stärker an frische Beute.
Katzen bevorzugen vertrautes Futter
Hunde probieren oft begeistert Neues aus. Katzen hingegen sind deutlich vorsichtiger. In freier Wildbahn kann das Fressen der falschen Nahrung gefährlich sein. Deshalb reagieren viele Katzen von Natur aus misstrauisch auf unbekanntes Futter – ein Verhalten, das als Futterneophobie bezeichnet wird. Wenn Deine Katze plötzlich eine neue Rezeptur oder Geschmacksrichtung ablehnt, folgt sie möglicherweise einfach ihrem Instinkt.
Die Textur kann entscheidend sein
Manche Katzen lieben Pastete, verschmähen jedoch Stückchen in Soße. Andere bevorzugen knuspriges Trockenfutter und ignorieren Nassfutter vollständig. Auch die Textur spielt eine entscheidende Rolle bei der Akzeptanz von Futter. Katzen können ausgeprägte Vorlieben für bestimmte Konsistenzen, Formen und Feuchtigkeitsgrade entwickeln. Deshalb ist es sinnvoll, Katzen schon früh an verschiedene Katzenfuttersorten mit unterschiedlichen Texturen zu gewöhnen.
Katzen sind Gewohnheitstiere
Katzen fühlen sich mit festen Routinen am wohlsten. Veränderungen in ihrer Umgebung, bei den Fütterungszeiten oder dem Standort ihres Napfes können ihre Fressbereitschaft beeinflussen. Manche Katzen fressen Leckerlis problemlos vom Boden, lehnen sie jedoch ab, wenn Du sie ihnen aus der Hand anbietest. Hunde reagieren oft flexibler, während Katzen selbst kleinste Veränderungen wahrnehmen und darauf reagieren.
Können Katzen weniger wählerisch werden?
Ja. Mit etwas Geduld kannst Du Deiner Katze helfen, weniger wählerisch zu werden. Biete Deiner Katze neues Futter am besten schrittweise an, denn langsame Umstellungen sind meist erfolgreicher als ein plötzlicher Wechsel. Achte außerdem darauf, das Futter frisch in einem sauberen Napf und bei angenehmer Temperatur zu servieren. Wenn Deine Katze schon früh verschiedene geeignete Futtersorten und unterschiedliche Konsistenzen kennenlernt, kann das dazu beitragen, dass sie später nicht zu wählerisch wird.